Schraubpfahl – Atlaspfahl

Der Atlaspfahl ist ein Vollverdrängungspfahl. Bei der Herstellung eines Atlaspfahls wird ein Vortriebrohr mit einem eingängigen Schraubenflügel am Schneidkopf mit einem Drehbohrantrieb bei gleichzeitig vertikalem Anpressdruck in den Boden gedreht, wobei der Boden vollständig verdrängt wird. Der Schneidkopf ist unten durch eine verlorene Fußspitze wasserdicht verschlossen. Nach Erreichen der Solltiefe wird im Regelfall ein Bewehrungskorb eingesetzt, das Rohr und der oben aufgesetzte Vorratsbehälter mit fließfähigem Beton gefüllt. Durch rückwärtiges Drehen und Ziehen des Rohrs löst sich die Fußspitze und der austretende Beton füllt den vom Schneidkopf geformten Hohlraum. Bedingt durch den eingängigen Schraubenflügel am Schneidkopf erhält der fertige Pfahlschaft einen umlaufenden, wendelförmigen Betonwulst, sodass das Aussehen des fertigen Pfahls einer Schraube gleicht. Der Atlaspfahl zeichnet sich dadurch durch eine hohe Mantelreibung aus.

Fundexpfahl

Der Fundexpfahl ist ein Vollverdrängerpfahl. Zur Herstellung des Fundexpfahls wird ein glattes Vortreibrohr, das durch eine wendelförmig abgestufte Spitze verschlossen ist, in den Boden gedreht und gedrückt. Der Boden wird vollständig verdrängt. Nach Erreichen der Endtiefe wird im Regelfall ein Bewehrungskorb in das Vortreibrohr eingesetzt und fließfähiger Beton eingefüllt. Anschließend wird das Rohr mit oszillierender Drehbewegung gezogen, wobei sich die Fußspitze vom Rohr löst, sie verbleibt als Pfahlfuß im Boden. Der Fundexpfahl zeichnet sich dadurch durch einen hohen Fußwiderstand aus.

Bohrpfahl

Bei verrohrt hergestellten Bohrpfählen wird der Boden im Schutz einer Verrohrung gelöst und gefördert. Anschließend wird in dem temporär hergestellten verrohrten Hohlraum ggf. Bewehrung eingebracht. Die Herstellung erfolgt nach DIN EN 1536. Das Einbringen der Bohrrohre kann auf verschiedene Arten erfolgen. Bei großen Bohrtiefen und hoher Mantelreibung kann die Verrohrung teleskopartig ausgebildet werden. Das Lösen und Fördern des Bodens kann auf verschiedene Arten erfolgen. Nach Erreichen der Endtiefe wird im Regelfall ein Bewehrungskorb eingesetzt und der Pfahl im Kontraktorverfahren bei gleichzeitigem Ziehen der Verrohrung betoniert. Der Bewehrungskorb kann aber auch nachträglich in die Frischbetonsäule eingebracht werden.

SOB-Pfahl

Bohrpfähle mit durchgehender Bohrschnecke können mit Erdstützung der Bohrlochwände (SOB – Schneckenortbetonpfahl) oder mit Verrohrung hergestellt werden.
Bei Erdgestütztem Schneckenbohren entsteht durch unvermeidbare Taumelbewegungen der durchgehenden Bohrschnecke zwangsläufig ein Überprofil der Bohrung mit entsprechendem Beton-Mehrverbrauch. Auch beim Einsatz von teilweise durchgehenden Bohrschnecken findet eine Bodenförderung statt. Die Bodenförderung besteht zum einen darin, dass beim Einbohren der Schnecke in die tragfähige Bodenschicht Boden aus diesem Bereich nach oben in überlagernde Schichten mit geringerer Festigkeit transportiert wird. Zum anderen wird beim Herausziehen der Bohrschnecke auch das auf der Schneckenwendel liegende Bodenmaterial gefördert. Die Tragfähigkeit eines solchen Pfahls hängt daher maßgeblich vom Geräteführer ab, was ein Risiko unter Baustellenbedingungen darstellen kann.
Beim Verrohrten Schneckenbohren werden das Schneckenwerkzeug und die Verrohrung im gleichen oder im gegenläufigen Drehsinn mit einem Doppelbohrkopf gemeinsam abgeteuft. Das Schneckenwerkzeug dient zum kontinuierlichen Lösen und Fördern des Bohrgutes. Zur Unterstützung des Förderns kann Luft- oder Wasserspülung eingesetzt werden. Die Stützung der Bohrlochsohle wird durch den Andruck des Bohrwerkzeugs und ggf. den Druck der Spülluft oder der Spülflüssigkeit sichergestellt.

Teilverdrängungspfahl

Pfahlsysteme, die aufgrund der Ausgestaltung des Vortreibrohres Boden aus dem tragfähigen Einbindebereich zum Teil fördern und/oder in darüber liegende, weniger tragfähige Schichten umlagern, gehören zur Gruppe der Teilverdrängungsbohrpfähle, wie beispielsweise Systeme mit Vortreibrohren, die auf einer Teillänge eine durchgehende Schnecke aufweisen. Teilverdrängungsbohrpfähle können auch mit einer durchgehenden Bohrschnecke hergestellt werden. Der Grad der Bodenverdrängung hängt von vielen Faktoren ab, u. a. vom Durchmesser der Schnecke, von der Ausbildungsform der Bohrschnecke, der Art und Schichtung des Baugrunds und nicht zuletzt von der Herstellungsqualität.
Auch bei diesem Pfahltyp hängt die Tragfähigkeit vom Herstellungsprozess ab und birgt ggf. Risiko unter Baustellenbedingungen.